Legal Tech · Lokale KI

Lokale KI
für Kanzleien.

Sprachmodelle auf eigener Hardware in Ihrer Kanzlei: Schriftsätze entwerfen, Akten zusammenfassen, Verträge prüfen – und das Mandatsgeheimnis bleibt im Haus.

Tastatur mit hervorgehobenen Tasten A und I im grünen Licht

KI spart Kanzleien Zeit – aber wohin gehen die Daten?

Leistungsfähige Open-Weight-Sprachmodelle laufen heute vollständig auf eigener Hardware in der Kanzlei – ohne Internetverbindung, ohne Datenabfluss, ohne Abhängigkeit von einem Anbieter. Wir planen, bauen und betreuen diese Lösung für Sie.

Betrieb
vollständig in der Kanzlei
Internet
nicht erforderlich
Sprachmodelle
Open Weight, austauschbar
Einführung
rund sechs Wochen
Der Nutzen

Texte, Akten, Verträge

Sprachmodelle entwerfen Schriftsätze, fassen umfangreiche Akten zusammen und prüfen Klauseln in Sekunden statt Stunden.

Das Problem

Cloud heißt: Daten gehen raus

Bei ChatGPT, Copilot und Co. verlassen Mandantendaten die Kanzlei und landen auf Servern externer, oft US-amerikanischer Anbieter.

Die Folge

Vertrag, Prüfung, Restrisiko

Cloud-KI ist nicht verboten, erfordert aber Verschwiegenheitsvereinbarungen, AV-Verträge und eine Drittlandprüfung – und bleibt ein Vertrauensthema beim Mandanten.

Rechtlicher Rahmen

Was Berufs- und Datenschutzrecht verlangen.

NormInhaltBedeutung für lokale KI
§ 203 StGBStrafbarkeit der unbefugten Offenbarung von Mandantengeheimnissen; Offenbarung an „mitwirkende Personen“ nur unter Voraussetzungen.Keine Offenbarung – die Daten verlassen die Kanzlei nicht.
§ 43a Abs. 2, § 43e BRAOVerschwiegenheitspflicht; externe Dienstleister nur mit schriftlicher Verpflichtung, sorgfältiger Auswahl und – im Ausland – vergleichbarem Schutzniveau.Kein Dienstleistervertrag für die KI-Verarbeitung nötig.*
DSGVO Art. 5, 25, 28, 32Datenminimierung, Privacy by Design, Auftragsverarbeitung, technisch-organisatorische Maßnahmen.Kein AV-Vertrag mit einem KI-Anbieter, Maßnahmen in eigener Hand.
DSGVO Art. 44 ff.Übermittlung in Drittländer wie die USA nur mit Rechtsgrundlage; zusätzlich Zugriffsrisiken etwa durch den US CLOUD Act.Keine Drittlandübermittlung.
KI-Verordnung (EU) 2024/1689Pflicht zur KI-Kompetenz der Mitarbeitenden seit 02.02.2025 (Art. 4); Transparenzpflichten (Art. 50).Gilt auch lokal – Schulung wird eingeplant.

* Eine Wartung durch Dritte, etwa den IT-Dienstleister, bleibt ein Fall des § 43e BRAO und ist entsprechend zu vereinbaren. Die Berufspflicht zur sorgfältigen Prüfung aller KI-Ergebnisse bleibt unberührt. Diese Übersicht ersetzt keine Rechtsberatung.

Vorteile

Sechs Gründe für KI im eigenen Haus.

01

Volle Datenhoheit

Akten, Schriftsätze und Mandantendaten bleiben physisch in der Kanzlei. Keine Offenbarung, kein Training fremder Modelle mit Ihren Daten.

02

Offline-fähig

Der KI-Server lässt sich vollständig vom Internet getrennt betreiben – erreichbar nur im internen Kanzleinetz.

03

Planbare Kosten

Einmalige Investition statt Nutzerlizenzen pro Monat. Keine Abrechnung nach Verbrauch, keine Preiserhöhungen eines Anbieters.

04

Unabhängigkeit

Kein Anbieter-Lock-in: Modelle lassen sich austauschen, sobald ein besseres erscheint. Kein Risiko durch Dienstabschaltung oder AGB-Änderung.

05

Anpassbar

Anbindung an eigene Musterverträge, Textbausteine und eine Wissensdatenbank. Tonalität und Formatvorgaben der Kanzlei fest hinterlegbar.

06

Vertrauensargument

„Ihre Daten verlassen unser Haus nicht“ – ein klares, überprüfbares Versprechen gegenüber Mandanten und Unternehmenskunden.

Vergleich

Cloud-KI oder lokale KI?

KriteriumCloud-KI (z. B. ChatGPT, Copilot)Lokale KI (eigener Server)
DatenflussDaten gehen an externe Anbieter, häufig mit US-BezugDaten bleiben im Kanzleinetz
Rechtlicher Aufwand§ 43e-Verpflichtung, AV-Vertrag, Drittlandprüfung, FolgenabschätzungInterne Richtlinie und Schulung (KI-VO Art. 4)
KostenmodellLaufend pro Nutzer und Monat bzw. nach VerbrauchEinmalige Hardware, dazu Strom und Wartung
ModellqualitätSpitzenmodelle, aktuell noch leicht vornSehr gut für Textarbeit, der Abstand schrumpft rasch
VerfügbarkeitAbhängig von Internet und AnbieterAuch offline, unter eigener Kontrolle
AnpassungBegrenzt, je nach TarifVolle Kontrolle über Modell, Vorgaben und Wissensbasis
BetriebKein eigener AufwandEinrichtung und Updates nötig – übernehmen wir

Ehrliche Einordnung: Für die Recherche in Fachdatenbanken wie juris oder beck-online ersetzt lokale KI keine Datenbank – sie arbeitet mit den Dokumenten, die Sie ihr geben.

Anwendungsgebiete

Wo lokale KI im Kanzleialltag hilft.

01

Schriftsatzentwürfe

Erste Entwürfe für Klagen, Erwiderungen und Anschreiben – auf Basis Ihrer eigenen Muster.

02

Aktenzusammenfassung

Hunderte Seiten Ermittlungs- oder Verfahrensakte zu Chronologie und Kernpunkten verdichten.

03

Vertragsprüfung

Klauseln markieren, Abweichungen zu Kanzleistandards finden, Risiken auflisten.

04

Wissensdatenbank

Fragen an eigene Akten, Musterverträge und Gutachten stellen – mit Quellenangabe.

05

Diktat & Transkription

Diktate und – mit Einwilligung – Besprechungen lokal in Text umwandeln und strukturieren.

06

Anonymisierung

Urteile und Schriftsätze automatisch schwärzen oder pseudonymisieren – etwa mit AnonPDF.

Zu AnonPDF
07

Korrespondenz

Mandanten-E-Mails formulieren, juristische Inhalte verständlich erklären, übersetzen.

08

Datenextraktion

Parteien, Aktenzeichen, Daten und Beträge aus Eingängen auslesen – die Fristenkontrolle bleibt beim Menschen.

Sprachmodelle

Offene Modelle, gewählt für Ihre Aufgaben.

Wir setzen auf Open-Weight-Modelle, deren Gewichte frei verfügbar sind und die vollständig lokal laufen – unter anderem von Mistral AI aus Frankreich, Google, Alibaba und OpenAI. Welches Modell passt, testen wir vor der Entscheidung mit anonymisierten Beispielakten aus Ihrer Praxis.

Das Modell ist jederzeit austauschbar – die Hardware bleibt.

  • Diktat & TranskriptionSpracherkennung wie Whisper, direkt auf derselben Grafikkarte.
  • WissensdatenbankEmbedding-Modelle machen Ihre Akten und Muster durchsuchbar, mit Quellenangabe.
  • PDF & ScansAufbereitung auch gescannter Dokumente, damit das Modell sie lesen kann.
  • Eine aktuelle Modellübersicht mit Empfehlung je Aufgabe finden Sie im Whitepaper.
Hardware

Drei Wege – welcher passt zu Ihrer Kanzlei?

Grafikkarten in einem Rechner, verkabelt und grün beleuchtet
Die Rechenleistung steht bei Ihnen – nicht bei einem Cloud-Anbieter.
Variante A

Mittelklasse

KI-Workstation, 1 Grafikkarte, 32 GB Grafikspeicher

Nutzer (Richtwert)
1–5 gleichzeitig
Modelle
bis ca. 35 Mrd. Parameter
Aufstellung
Büro, normale Steckdose
Passend für
Einzelanwalt, kleine Kanzlei
Variante B

GPU-Server

5 Grafikkarten, 160 GB Grafikspeicher

Nutzer (Richtwert)
20–50 Arbeitsplätze
Modelle
bis ca. 120 Mrd. Parameter, mehrere parallel
Aufstellung
eigener Stromkreis, klimatisierter Raum
Passend für
mittelgroße Kanzlei, viele Nutzer
Variante C

Profi-Variante

2 Profi-Grafikkarten, 192 GB Grafikspeicher mit ECC

Nutzer (Richtwert)
20–50 Arbeitsplätze
Modelle
wie B, mit mehr Reserve für lange Akten
Aufstellung
Serverraum und Rack, kompakt und leiser
Passend für
Kanzlei mit Serverraum oder Rechenzentrum

Grafikspeicher und Parameter sind Richtwerte. Die Preise für Grafikkarten und Arbeitsspeicher schwanken derzeit stark – nach dem Erstgespräch erstellen wir Ihnen ein tagesaktuelles Angebot. Für den Betrieb in einem Rechenzentrum oder per Colocation ist Variante C die richtige Wahl.

Architektur

So sieht die Lösung in der Kanzlei aus.

Kanzleinetz · keine Verbindung nach außen erforderlich
Arbeitsplätzeim Browser, ohne Installation
Diktiergerät / MikrofonAudio-Upload
OberflächeOpen WebUI · Nutzerrechte · Protokoll
Sprachmodell auf der GrafikkartevLLM / Ollama · dazu Whisper für Diktate
WissensbasisVektordatenbank · gespeist aus DMS und Fileserver
  • Linux (Ubuntu LTS)
  • vLLM
  • Ollama
  • Open WebUI
  • Whisper
  • Qdrant
  • Docling
  • Active-Directory-Login
  • verschlüsselte Datenträger
  • verschlüsseltes Backup
Einführung

In vier Schritten zur eigenen Kanzlei-KI.

  1. Schritt 1 · Woche 1

    Workshop

    Anwendungsfälle priorisieren, Nutzerzahl und Datenquellen klären, die passende Hardware-Variante wählen.

  2. Schritt 2 · Woche 2–3

    Modelltest

    Kandidaten mit anonymisierten Beispielakten aus Ihrer Praxis testen – Qualität vor dem Kauf bewerten.

  3. Schritt 3 · Woche 4–6

    Aufbau & Integration

    Lieferung, Montage, Härtung, Anbindung an Nutzerverwaltung, Fileserver und Backup.

  4. Schritt 4 · laufend

    Schulung & Betrieb

    KI-Kompetenz-Schulung nach Art. 4 KI-VO, interne KI-Richtlinie, Updates und Support.

Aus unserer Praxis

Mit AnonPDF haben wir bereits ein Offline-Werkzeug zur Schwärzung und Pseudonymisierung von Schriftsätzen und Urteilen für Kanzleien entwickelt – nach demselben Prinzip: 100 % lokal, ohne Cloud.

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Häufige Fragen

Lokale KI in der Kanzlei – kurz erklärt.

Ist der Einsatz von ChatGPT in der Kanzlei verboten?

Nein. Cloud-KI ist nicht verboten, setzt aber nach § 43e BRAO eine schriftliche Verpflichtung des Anbieters, eine sorgfältige Auswahl und bei Anbietern außerhalb der EU ein vergleichbares Schutzniveau voraus. Dazu kommen AV-Vertrag und Drittlandprüfung nach der DSGVO. Eine lokale KI vermeidet diese Offenbarung von vornherein, weil die Daten die Kanzlei nicht verlassen.

Wie gut sind lokale Sprachmodelle im Vergleich zu ChatGPT?

Für Textarbeit – Entwürfe, Zusammenfassungen, Vertragsprüfung – sind aktuelle Open-Weight-Modelle sehr gut, und der Abstand zu den Spitzenmodellen der Cloud schrumpft rasch. Welches Modell für Ihre Aufgaben passt, testen wir vor der Kaufentscheidung mit anonymisierten Beispielakten aus Ihrer Praxis.

Braucht die Kanzlei dafür einen Serverraum?

Nicht zwingend. Die Mittelklasse-Variante ist eine Workstation, die an einer normalen Steckdose im Büro läuft und für bis zu fünf gleichzeitige Nutzer ausgelegt ist. Erst größere Varianten für 20 und mehr Arbeitsplätze brauchen einen eigenen Stromkreis und einen klimatisierten Raum.

Ersetzt lokale KI eine juristische Datenbank wie juris oder beck-online?

Nein. Lokale KI arbeitet mit den Dokumenten, die Sie ihr geben – Ihren Akten, Mustern und Gutachten. Für die Recherche in Fachdatenbanken bleibt die jeweilige Datenbank das richtige Werkzeug.

Gilt die KI-Verordnung auch für eine lokale KI?

Ja. Die Pflicht zur KI-Kompetenz der Mitarbeitenden nach Art. 4 KI-Verordnung gilt seit dem 2. Februar 2025 unabhängig davon, wo das Modell läuft. Eine Schulung ist deshalb fester Bestandteil der Einführung.

Was kostet eine lokale KI für die Kanzlei?

Das hängt von Nutzerzahl und Anwendungsfällen ab. Die Hardwarepreise schwanken derzeit stark, deshalb erstellen wir nach einem kurzen Erstgespräch ein tagesaktuelles Angebot. Eine Beispielrechnung gegenüber Cloud-Lizenzen enthält unser Whitepaper.

Diese Seite dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Maßgeblich sind insbesondere § 203 StGB, §§ 43, 43a, 43e BRAO, § 2 BORA, die DSGVO und die KI-Verordnung (EU) 2024/1689.

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